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Er macht sich stark für schwache Schüler
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- Veröffentlicht am Mittwoch, 21. September 2011 12:30 | Kirsten Schlüter/Südkurier
Dirk Tinner ist neuer Abteilungsleiter Werkrealschule an der GSS. Er möchte vor allem Schwache voranbringen
Schon am zweiten Tag an seiner neuen Schule spricht Dirk Tinner vom "Wir". "Wir haben eine gute Atmosphäre" oder "Wir arbeiten hier viel mit Konferenzen" sind zwei Sätze, die der neue Abteilungsleiter Werkrealschule an der Geschwister-Scholl-Schule (GSS) äußert.
Nach 15 Jahren als Lehrer wollte der 43-Jährige eine Veränderung. Trotzdem freut er sich, dass er weiter viel unterrichten kann. Sein Lehrerdasein begann nach dem Studium an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg (Deutsch, Biologie, katholische Religion) mit dem Referendariat an einer Böblinger Brennpunkt-Grundschule mit 600 Kindern und dem Unterricht an einer Hauptschule, die auch keine leichten Bedingungen bot.
Seine erste Stelle nahm Tinner in Stuttgart an und lernte seine heutige Frau kennen, die in Konstanz lebte. Er bewarb sich an den Bodensee, kam an die Johann-Peter-Hebel-Schule in Singen und wechselte vor drei Jahren an die Konstanzer Berchenschule. „Für unsere Familie war es wichtig, dass mein nächster Arbeitsplatz nicht wieder weiter weg liegt", sagt Dirk Tinner. Sein elfjähriger Sohn Clemens besucht die GSS, der zehnjährige Felix ist geistig behindert und geht in eine Integrationsklasse der Gebhardschule, muss nachmittags betreut werden. Da die Angebote rar sind, packt Dirk Tinner selbst mit an. Er ist Vorsitzender der Konstanzer Lebenshilfe, die ehrenamtlich Freizeitprogramm für Behinderte anbietet.
Dirk Tinner ist glaubwürdig, wenn er sagt: „In der Werkrealschule müssen wir jeden Schüler so unterstützen, dass er im Leben zurechtkommt." Obwohl diese Schulart inhaltlich noch nicht wirklich ausgestaltet ist, sieht Tinner hier Chancen. „Ich finde es gut, dass alle Schüler sechs statt wie bei der Hauptschule nur fünf Jahre in den Unterricht gehen sollen", sagt er. „Ich habe noch nie verstanden, warum diejenigen, die am meisten Hilfe brauchen, am wenigsten Zeit bekommen." Wenn er die Biografie mancher Schüler anschaue, habe er Verständnis dafür, „dass sie andere Sorgen haben als die Matheklausur". Als neuer Abteilungsleiter möchte Dirk Tinner Entscheidungen im Team treffen. Als Lehrer möchte er wenn möglich mit offener Tür unterrichten. Eine drängende Frage muss er schon bald lösen: Wohin mit der internationalen Vorbereitungsklasse, die von der Stephansschule an die GSS gewechselt ist? „Ich hätte nie gedacht, dass in diesem großen Kasten kein Zimmer für zehn Schüler frei ist", sagt er. Zwei Mädchen sind erst vor acht Wochen aus Syrien gekommen und müssen sich an der großen Schule ohne ein festes Klassenzimmer zurechtfinden. Dirk Tinner findet sich jetzt schon zurecht. Und wenn der Unterricht vorbei ist, fährt der 43-Jährige Rad und lernt mit seiner Frau Tanzen. Aber oft ist die Zeit knapp. „Manchmal nehme ich meine Kinder mit zu Terminen. Sie kennen die Schulen, in denen ihr Vater arbeitet, ziemlich gut", sagt er und lacht.
Artikel auf Südkurier Online: http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Er-macht-sich-stark-fuer-schwache-Schueler;art372448,5119376
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