Geschwister-Scholl-Schule Konstanz

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Herr Erös spricht Klartext über Afghanistan

Herr Erös spricht Klartext über AfghanistanMucksmäuschenstill verfolgten 150 Schüler der GSS den mitreißenden Vortrag von Dr. Reinhard Erös über Afghanistan.
Trotz der großen geographischen Entfernung verbindet uns mehr mit Afghanistan, als wir denken. Das erkannte Herr Erös bereits vor vielen Jahren, als er zum ersten Mal als Bundeswehr-Arzt in Afghanistan tätig war. Er und seine Frau entschlossen sich 1987, mitsamt ihren vier Kindern, an die Grenze Afghanistans zu ziehen, um zu helfen. Diese Hilfe musste illegal vonstatten gehen, da die sowjetische Besatzung jegliche Hilfe verboten hatte. Die Krankenstationen wurden streng geheim und nur mit dem Nötigsten ausgestattet in Berghöhlen errichtet.

Als sie drei Jahre später nach Deutschland zurückkehrten, konnten sie das grausame Schicksal der Afghanen nicht vergessen. Sie wollten mit Spenden eine Hilfsorganisation unterstützen, jedoch stellte sich heraus, dass zu diesem Zeitpunkt keine derartige Organisation existierte. Also beschlossen sie 1998 das Projekt "Kinderhilfe Afghanistan" zu gründen. Bis heute haben sie, allein mit der Hilfe von privaten Spendern, viele Projekte, wie Schulen, Krankenstationen, Waisenhäuser und einige Sonderaktionen (wie z.B. Solarkocher) verwirklicht. Im Gegensatz zu den internationalen Soldaten, handelt Herr Erös‘ Familie, wie er saagt, "mit Herz, Verstand und ohne Gewalt". Vor Ort bauen die Afghanen ihre Projekte, unter Anleitung von Dr. Erös, selbst. Damit wird "Hilfe zur Selbsthilfe" angeregt. Doch bevor eines der Projekte in die Tat umgesetzt werden kann, wird erst bei den Taliban um Einverständnis gefragt. Dabei betonte Herr Erös, dass ohne diese Zustimmung kein Projekt verwirklicht wird.

100% der Afghanen sind Moslems, sie haben aber nichts mit den radikalen Islamisten aus anderen arabischen Ländern zu tun, die Herr Erös als "religiöse Überzeugungsirre" bezeichnet. Die Afghanen sind zwar von ihrer Religion überzeugt, akzeptieren und tolerieren aber andere Religionen.

Dass man in Afghanistan auch gewaltfrei und ohne Unterstützung von Militär helfen kann, zeigt uns Herr Erös durch seine unkonventionelle und pragmatische Arbeit in seinem Hilfsprojekt "Kinderhilfe Afghanistan".
Wer mehr über Afghanistan erfahren will, kann entweder in der Schülerbücherei, in den Büchern, die Herr Erös unserer Schule schenkte, oder im Internet unter www.kinderhilfe-afghanistan.de nachlesen.

Foto: Anne Vogler