Musik
Chorjugend auf dem Klassikpfad
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- Veröffentlicht am Samstag, 28. April 2012 08:39 | Reinhard Müller/Südkurier
Die Scholl-Schule bot ein großartiges Mozart-Requiem in der St. Stefanskirche
Es dürfte wohl die seit langer Zeit größte "Klassik-Demonstration" eines Konstanzer Jugendchors gewesen sein: Der Große Scholl-Schul-Chor gab Mozarts "Requiem" in einer Aufführung, in der sich Würde, exakt studierter Notentext und herrlicher Chorklang zu musikalisch prunkvoller Feier im hohen Chor der St. Stefanskirche vereinten.
An dieses mit dem melodieschönen "Ave verum corpus" eröffnete einstündige, oratorisch geschlossene Werk hat sich das Ensemble aus Chor, Orchester und Vokalsolisten solche Hochachtung ersungen und erspielt, dass sich die etwa 700 Besucherinnen und Besucher im übervollen Kirchenschiff am Schluss zu feierlichem Beifallsdank erhoben. Dieser galt der Gesamtaufführung voller musikalischer und gestalterischer Höhepunkte, sicher aber ganz besonders dem Leiter, Musiklehrer und Dirigenten Wolfgang Mettler, der mit dem Chor und dem Orchester "Concerto Constanz" monatelang geprobt und sie an das gewaltige Werk herangeführt hatte.
Da war das konzentrierte, werkgemäß kraftgeballte Dirigat der glanzvolle Schlusspunkt mit ganz hervorragendem Chorklang mit wunderbarem Jugendsopran, mit füllendem Alt und erfrischend voluminösen Männerstimmen in Tenor und Bass.
Allen gemeinsam war die lockere Singweise, die mitzog, nirgendwo lahmte und nicht nur Sicherheit ausstrahlte: Ernst, Temperament und Klanglust kamen in den großen Satzblöcken zu ergreifender Wirkung: Blühende Harmonik ("Lacrimosa; Domine Deus; Hostias; Agnus Dei"), hymnisches "Sanctus", dramatisch drohendes "Confutatis" und "Dies irae", rhythmisch bewegte Fuge "Quam olim Abrahae" und die rasenden Koloraturfugen ("Kyrie" und wiederholende Schlussfuge).
Zur Jugendlichkeit des Chors fügte sich in höherer Altersstufe "Concerto Constanz", mit stattlicher Bläserbesetzung ergänzt, zu gerundetem, wachem und agilem Klangkörper zusammen: Leuchtender Streicherklang, helle Trompeten, dunkle Posaunen, dazwischen die weichen Bassetthörner (Tenorklarinetten), und Pauken, die sich nicht scheuten, den Schrecken der Textaussage hart dominierend zu unterwirbeln.
Im professionellen Bereich fand das Vokalsolistenquartett ("Tuba mirum", "Recordare", "Benedictus") zu schönsten Klangbildern: Birte Niemann mit füllig leuchtendem, nicht immer tempostabilem Sopran; Julia Matt mit strahlend heller Altstimme; Ulrich Müller-Adam mit Glanzlichtern extremer Tenorhöhe und Professor Thomas Gropper mit sonor kultiviertem Bass.
Religionslehrer Martin Lilje deutete in kurzer Ansprache das Mozart-Requiem auch als Tröstung im Tod, aktuell als Aufführung im Gedenken an den jüngst verstorbenen Studiendirektor Gerhard Ehmann. Das Gesamtereignis „Mozart-Requiem" aber dürfen die jugendlichen Chorschüler als Meilenstein in ihrer musikalischen Entwicklung sehen: Sie werden diese Aufführung nicht vergessen.
Artikel auf Südkurier Online: http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Chorjugend-auf-dem-Klassikpfad;art372448,5483260
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