Schulpartnerschaft
Linda in Amerika
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- Kategorie: Schuljahr 2008-2009
- Veröffentlicht am Mittwoch, 01. Oktober 2008 11:09 | Linda Ridder
Also, nach dem etwas traurigen Abschied in Konstanz bin ich 11 Stunden von Friederichshafen, ueber Frankfurt nach Chicago (der zweitgroesste Flughafen der Welt) und von Chicago nach Saginaw geflogen. Ich bin allein geflogen, aber es war gar kein Problem, denn alles ist immer ausgeschildert und es gibt viele nette Leute die man fragen kann.
Also, nach dem etwas traurigen Abschied in Konstanz bin ich 11 Stunden von Friederichshafen, ueber Frankfurt nach Chicago (der 2.groesste Flughafen der Welt)und von Chicago nach Saginaw geflogen. Ich bin allein geflogen, aber es war gar kein Problem, denn alles ist immer ausgeschildert und es gibt viele nette Leute die man fragen kann.
Als ich dann in Saginaw angekommen bin, wurde ich nicht wie erwartet von meiner Gastfamilie abgeholt, sondern von meinem CR Gina (das bedeutet "Community Representative" und sie ist fuer mich zustaendig, wenn ich ein Problem mit meiner Gastfamilie hab) und ihrem Sohn Austin und Exchangestudent Marcel, auch aus Deutschland. Es war nicht so schlimm fuer mich, dass meine Gastfamilie nicht da war, denn Ginas Familie ist auch sehr nett und meine Familie war noch auf einer Kirchenfreizeit. Sie wollten mir nicht gleich zumuten in einem Wohnwagen zu schlafen!
Der erste kleine "Shock" kam dann gleich nach der Ankunft: Mein Gepaeck war in Chicago geblieben! Aber es gab keinen Grund zur Panik, es ist zum Glueck am selben Abend noch angekommen. Nachdem ich am selben Abend noch die Grosseltern kennengelernt hatte und die Tanzauffuehrung der kleinen Schwester angeguckt hatte, bin ich um 9:00 Uhr abends totmuede ins Bett gefallen (nach unserer Zeitrechnung war es schon 3:00 Uhr nachts!).
In den folgenden Tagen hab ich dann einiges mit Austin und Marcel unternommen, ich hab mich mit ihnen sehr gut verstanden. Vier Tage spaeter bin ich dann zu meiner richtigen Gastfamilie gewechselt, was ich erst gar nicht so toll fand, da ich mich schon so gut mit der anderen Familie verstanden hatte. Meine Gastfamilie, das sind mein Hostdad Gary (40), meine Hostmum Beth (39), meine Brueder Lance (17) und Logan (15) und meine zwei Gastschwestern Larissa (7) und Laila(1). Larissa und Laila sind adoptiert, Larissa kommt aus Kambodscha und Laila aus Äthiopien. Meine Familie hier ist sehr herzlich, lustig und bodenstaendig.
Mit meinem Gastbruder Logan versteh ich mich besonders gut, er ist sehr musikalisch und spielt Klavier, Saxophon, E-Gitarre, E-Bass, Akustik Gitarre, Mandoline und hat sogar eine eigene Band! Lance spielt kein Instrument, aber dafuer ist er in zwei Choeren und kann ziemlich gut singen. Wir haben schon haeufig zusammen Musik gemacht, z. B. zusammen gesungen, am Klavier improvisiert und Logan hat mir etwas Saxophon beigebracht (Warum, dazu komme ich spaeter!) . Naja jedenfalls hab ich festgestellt, dass Musik wirklich hilft um schneller Kontakt zu finden, dafuer braucht man halt keine Worte!
Meine Gastschwestern sind auch sehr suess, Larissa moechte immer gern mit mir spielen und Laila ist sowieso total niedlich, sie ist ein schwarzes Baby mit krauseligen Haaren und riesigen braunen Augen! Aber so ganz unschuldig ist sie dann doch nicht, meine Hostmum nennt sie immer "little Devil", denn wenn sie etwas nicht bekommt wird sie ganz schoen "grumpy"!In der Familie spielt Religion eine relativ grosse Rolle, vor jedem Essen wird gebetet und mittwochs und sonntags gehen wir immer in die Kirche. Eigentlich ist das keine richtige Kirche wie wir sie kennen, sondern mehr ein "Hauskreis" wo wir immer so etwa 15 Leute sind, da beten und singen wir zusammen.
Das Essen hier ist gar nicht so ungesund. Wir essen eigentlich unter der Woche nur abends zusammen, da gibt es dann immer was Gekochtes und wir gehen nur selten zu McDonalds, Wendy's, TacoBell etc. In die Schule nehm ich mir mein "lunch" immer selber mit, weil das Essen in der Cafeteria einfach nicht grad toll ist, da ist unsere Mensa schon viel besser!
Achja, da sind wir auch schon beim Thema Schule. Also die ist hier schon etwas anders als in Deutschland. Am Anfang konnte ich die Faecher waehlen, ich musste U.S. Government (also wie die Politik hier so funktioniert), English und U.S. History belegen. Dann hatte ich noch drei Faecher, die ich selber waehlen durfte. Da hab ich dann Mathe, Chemie und Band genommen. Ich hab ja mein Fagott mit hier her genommen und das wollte ich in der Band spielen. Das war dann aber erstmal nicht moeglich, weil die Band bis Ende Oktober eine Marching Band ist und der Bandleiter wollte nicht dass ich dort Fagott spiele, da er meinte ich koennte mir das Mundstueck in den Hals "rammen" waehrend ich marschiere. Vielleicht ist es wirklich nicht ganz so ungefaehrlich damit zu marschieren!) Naja, jedenfalls soll ich jetzt Saxophon lernen und in der Band spielen, bis die Footballsaison zu Ende ist (die Band spielt immer auf den Footballspielen) , danach darf ich Fagott spielen. Ich bin schon relativ gut im Saxophon spielen, meine Vorkenntnisse in Fagott und Floete haben mir wirklich geholfen, und ich kann schon einige Lieder mitspielen! Mein Gastbruder hat mir einige Griffe beigebracht (wie schon erwaehnt). Trotzdem ist das nicht so ganz einfach, man muss naemlich marschieren und spielen zur gleichen Zeit! Aber die Leute in der Band sind alle sehr nett und nehmen Ruecksicht auf mich. Was besonders ungewohnt ist, ist die Uniform, die wir zu unseren Auftritten anziehen muessen, sie ist braun und gelb (das sind die Schulfarben) und hat ausserdem einen Helm mit einer Feder dran, das sieht alles etwas militaerisch aus ;).
Meine Highschool heisst "Western High School" und man sieht in der Schule immer jemanden, der in einem Schul-T-Shirt, Pulli etc. rumlaeuft, das gibts hier viel mehr als in Deutschland .Es gibt sogar einen extra "shop" in der Schule, wo man die Schulklamotten kaufen kann, auf den T-shirts steht dann z. B. "Western Warrior". Footballspiele sind immer ganz grosse Events, wo immer die halbe Schule ist und alle feuern ihre Mannschaft an, das ist immer toll. Die Lehrer und Schueler sind sehr offen und freundlich und wollen auch immer wissen wie es einem geht und viele Schueler interessieren sich auch wirklich fuer Deutschland und wollen immer ganz viel wissen.
Mein Stundenplan ist jeden Tag fast gleich, dienstags, mittwochs und donnerstags hab ich immer noch Seminar, da macht man Hausaufgaben und kann zu Fachlehrern gehen wenn man ein Problem hat. Die Lehrer haben hier ihre eigenen Klassenzimmer und die Schueler kommen zu den Lehrern, nicht umgekehrt, so wie bei uns. Deshalb ist auf den Gaengen immer ein ganz schoenes Gedraenge wenn alle die Zimmmer wechseln! Die Schule faengt um 7:20 Uhr an und hoert um 2:30 Uhr auf. Morgens fahr ich immer mit den Maedchen aus der Nachbarschaft im Auto mit (hier koennen ja schon alle fahren!) und nach der Schule mit dem Bus zurueck. Dann hab ich immer noch jede Menge Hausaufgaben zu erledigen ... die sind zwar relativ einfach, aber immer auch relativ viel! Auch Arbeiten, oder Tests wie man hier sagt, sind einfach, fast nur Multiple Choice. Es ist eher ein Problem die Fragen zu verstehen, wegen dem Englisch, nicht wegen dem Fachwissen!Ansonsten fuehl ich mich hier sehr wohl, alle Leute sind sehr freundlich und ich bin auch nicht ganz allein mit meinen Problemen, es gibt noch 9 andere Exchangestudents auf der Schule,darunter noch 6 andere Deutsche (Wir versuchen natuerlich englisch untereinander zu sprechen, aber daran halten wir uns nicht immer , muss ich zugeben=D )!
Jetzt ist es bald soweit fuer ein ganz grosses Event, naemlich Homecoming! Das ist ein Footballgame und ein Ball. Alle Maedchen kaufen sich Kleider dafuer und dann ist da natuerlich noch die Frage ob man ein date hat oder nicht! Das ist alles relativ offiziell hab ich gehoert, mit Essen gehen, Fotos machen und all sowas. Ich bin ziemlich gespannt wie das so wird :) Naja, obwohl ich mich hier ziemlich wohl fuehle, vermiss ich Deutschland allgemein, meine Familie&Freunde, Konstanz, die Schule... natuerlich auch oft. Aber ich denk dann immer daran, dass ich in ein paar Monaten ja wieder da bin und die Zeit vergeht auch ziemlich schnell! Ich hoffe jedenfalls, dass es euch da drueben auf der anderen Seite des Ozeans gut geht und sende euch ganz liebe Gruesse aus Amerika! Bis bald!
Eure Linda
P.S.: Das erste Foto zeigt meine 3 aelteren Geschwister und mich, der mit der Gitarre ist Logan ,der andere Lance und dann noch Larissa! Das 2. Bild ist meine kleinste Schwester Laila und auf dem 3 .Bild bin ich mit Hostdad Gary und Laila auf einem "Fourwheeler"(Quad) Ich wuerd gern noch ein Bild von meiner Hostmum schicken, aber leider ist der Speicher voll... das kommt dann spaeter ma.