Exkursion des Neigungskurses Geographie Jg. 1Vom 17. bis 19. Juli 2017 fand die Alpen - Exkursion des Neigungskurses Geographie der Jahrgangsstufe 1 unter Leitung von Frau Gäbler und Herrn Hetz statt. Die Exkursion führte die SchülerInnen über einen Zwischenstopp an der Tellsplatte und der Tellskapelle am Vierwaldstätter See in Richtung Zentralalpen. Von Wassen, einem vor allem zu Zeiten des Baus der Gotthardbahn (1872-1882) berühmten Ort am Eingang des Meientals, ging es weiter zum Sustenpass mit 2224 m ü. M., der die Kantone Uri und Bern verbindet. Am Beispiel des dort befindlichen Steingletschers konnten glazialmorphologische Prozesse sowie die intensiven Auswirkungen des Klimawandels mit Anstieg der globalen Durchschnittstemperaturen auf die alpinen Gletscher veranschaulicht werden.

Über den landschaftlich sehr beindruckenden Grimselpass im Aaremassiv in den Berner Alpen mit einer Passhöhe von 2164 m ü. M., europäische Wasserscheide Rhein/Nordsee und Rhone/Mittelmeer und Quellort der Aare, gelangten die SchülerInnen vorbei am Rhonegletscher und der Rottenquelle (junge Rhone) ins Rhonetal im Oberwallis nach Fiesch am Aletschgletscher.

Der nächste Tag hielt dann den unvergesslichen Höhepunkt bereit: Eine von einem Bergführer angeleitete Rundwanderung führte die Gruppe als Seilschaft über den Aletschgletscher, den längsten und größten Eisstrom der Alpen.
Beginn der Wanderung war am Eggishorn auf 2927m ü.M. mit einem grandiosen Ausblick auf umliegenden hochalpinen Gipfel (Jungfrau, Eiger, Mönch, Matterhorn u.a.). Nach ca. 800 m Abstieg über felsiges Geländer vorbei an zwei Blockgletschern erfolgte der Einstieg auf den Aletschfirn in der Nähe des Märjelensees bei 2348 m ü. M. Dieser Gletscherrandsee liegt in einer Senke zwischen Eggishorn und Strahlhorn am östlichen Rand des Aletschgletschers. In der dortigen Beiz Gletscherstube rüstete der Bergführer die Gruppe mit Klettergurt und Seil aus.

Als Seilschaft ging es dann über kleinere und größere Gletscherspalten, Schmelzwasserabflussrinnen und Gletschermühlen sowie vorbei an zahlreichen Gletschertischen durch beeindruckendes Gelände voran bis zur zweiten Mittelmoräne. Die zwei Mittelmoränen des Aletschgletschers sind einzigartig und Folge der Entstehung des Eisstroms aus drei mächtigen Seiten – oder Quellgletschern, die sich auf dem sogenannten Konkordiaplatz in der ca. 3800 m ü.M. gelegenen Jungfrauregion zum Aletschgletscher vereinen.

Anhand der ca. 100 m höher gelegenen Seitenmoräne von 1850, der letzten Phase des Vorrückens der alpinen Gletscher am Ende der kleinen Eiszeit, ist der starke Rückgang des Gletscherstroms vor allem seit den 1950er Jahren ablesbar.

Nach ca. 2,5 Stunden Gletscherwanderung erfolgte der Rückweg zur Gletscherstube und die Rückgabe der Ausrüstung.
Von hier aus führte eine abschließende zweistündige Wanderung vorbei am Fieschergletscher durchs Fieschertal zur Mittelstation Fiescheralp und von hier aus mit der Seilbahn zurück nach Fiesch.

Am nächsten Tag durchwanderten wir die Aareschlucht, eine beeindruckende Schlucht, die die Aare zwischen Meiringen und Innertkirchen im Kalkriegel Kirchet geschaffen hat. Hier waren die starken erosiven Kräfte des Gletschereises und des fließenden Wassers gleichermaßen gut erkennbar.

Anschließend ging es zwar erschöpft, jedoch sehr erfüllt von vielen unvergesslichen Eindrücken und Erkenntnissen heimwärts nach Konstanz.